npd-oberbayern.de - NPD Bezirksverband Oberbayern

08.03.2020

Lesezeit: etwa 3 Minuten

März 2020: Fachkräfteeinwanderungsgesetz tritt in Kraft

März 2020: Fachkräfteeinwanderungsgesetz tritt in Kraft

Heimisches Potenzial nutzen statt transkontinentale Anwerbung

Mit dem Slogan „Make it in Germany“ wirbt die Bundesregierung um ausländische Fachkräfte, gezielt auch aus Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union. Man kann sich kaum des Eindrucks erwehren, als ob das arbeitsmarktpolitische Versagen mittels einer Verschärfung des zuwanderungspolitischen Versagens kaschiert werden solle. Würde Deutschland nicht bereits einen Überfremdungsexzess durch seine identitätsfeindliche Asyl- und Flüchtlingspolitik betreiben, wäre eine kontrollierte Zuwanderungspolitik speziell für ausgewählte Kompetenzträger vielleicht sogar bevölkerungspolitisch verkraftbar – allerdings auch dann nicht vertretbar, wenn entweder die arbeitsmarktpolitische Problemlage politisch selbstverschuldet oder womöglich nicht einmal gegeben ist. Vom Fachkräfteentzug der Herkunftsländer ganz zu schweigen. Wie stellt sich die Lage nun diesbezüglich dar?

Am 16. Dezember fand in Berlin ein Fachkräftegipfel mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft im Beisein von Bundeskanzlerin Merkel statt, um die Weichen zu stellen, ausländische Fachkräfte vor allem aus Nicht-EU-Ländern künftig gezielter anzuwerben. Als Grundlage hierfür wurde bereits das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz verabschiedet, das Anfang März in Kraft trat.

Brasilien, Indien, Vietnam, die Philippinen, Tunesien und Mexiko sind laut der Fachkräftestrategie Länder, aus denen Fachkräfte angeworben werden sollen, nachdem der gesamte EU-Raum aufgrund des demographischen Niedergangs als Reservoir zunehmend versagt. Intern geht man in der Bundesregierung davon aus, dass in den kommenden Jahren zehntausende Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten benötigt würden – angeblich. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge kamen im vergangenen Jahr bereits 60.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern aus beruflichen Gründen nach Deutschland.

"Das Anwerben von Arbeitskräften aus Drittstaaten ist harte Arbeit", bestätigte Daniel Terzenbach, Mitglied Vorstandsmitglied der Bundesagentur, blieb jedoch die Erklärung schuldig, warum man dann stattdessen nicht mehr Energie in eine demographietaugliche Familien- und eine zielführende Bildungspolitik stecken sollte. Anstatt auf diesem wichtigen Feld Anreize zu schaffen, baut man weiter Zuwanderungshürden ab. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird die bisherige Vorrangprüfung abgeschafft, die besagt, dass vor der Einstellung eines Bewerbers aus einem Drittstaat, vorab zu prüfen ist, ob nicht ein EU-Staatsbürger oder ein Deutscher für die Stelle in Frage kommt.Auch die Regelung, dass Angehörige aus Drittstaaten mit beruflichen Abschlüssen nur dann einzuwandern gestattet ist, wenn deren Qualifikation auf einer Liste von sogenannten Engpass-Berufen ausgewiesen war, entfällt ab März. Überdies verabschiedete der Bundestag noch ein spezielles Gesetz für eine Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung abgelehnter (!) Asylbewerber.

Interessant ist, dass beispielsweise in Japan als ausgewiesener Industrienation mit ebenfalls demographischer Schieflage keineswegs vergleichbar der Ruf nach ausländischen Fachkräften laut wird. Nicht zu vergessen, dass mit Blick auf die südwestdeutsche Automobilindustrie ein nicht unmaßgeblicher Stellenabbau droht bzw. die geforderten E-Autos deutlich weniger Arbeitskraft in Anspruch nehmen oder im Zusammenhang mit der voranschreitenden Digitalisierung in erheblichem Umfang Arbeitsplatzverluste prognostiziert werden. So wie die einstigen Gastarbeiter keine Gäste blieben und das Land nicht mehr verließen, rufen wir womöglich heute die Facharbeiter, die wir schon morgen gar nicht mehr benötigen.Nicht zu vergessen, dass laut Bundesagentur für Arbeit zu Jahresende im November rund 791.000 Fachkräfte arbeitslos gemeldet waren, denen lediglich 478.000 gemeldete Arbeitsstellen für Fachkräfte gegenüberstanden. Arbeitssuchend waren mit rund 1,49 Millionen Fachkräften gemäß BA-Statistik sogar knapp doppelt so viele Personen mit dem entsprechenden Qualifikationsniveau. Natürlich sagt dies allein noch nichts über eventuelle Mängel in bestimmten Bereichen aus, allerdings lässt sich betreffend der zumeist ins Feld geführten MINT-Berufe rechnerisch ebenfalls kein eklatanter Mangel nachweisen, der transkontinentale Anwerbemaßnahmen rechtfertigen würde.

Immerhin standen 143.000 bei der Behörde gemeldeten Stellenangeboten 259.000 Arbeitslose gegenüber, die eine Betätigung innerhalb der sogenannten MINT-Berufe suchten. Zudem ist, nachdem erst 2017 etwa 192.000 MINT-Ausbildungsabsolventen und rund 108.000 Studienabsolventen neu in den deutschen Arbeitsmarkt eingetreten sind, wodurch die Verrentung in diesem Bereich deutlich überkompensiert wurde, wenig nachvollziehbar, wie man zu einer Prognose eines drohenden Defizits gelangen kann. Der wirtschaftliche Erfolg wird nicht in der gegenseitigen Abwerbung von Fachkräften liegen, vielmehr sollte man nicht vergessen: Ein Volk verdient den Reichtum, der dem Maß entspricht, wie es in der Lage ist, seine Familien und seine Bildung zu pflegen sowie seine Arbeit zu organisieren.

Neuen Kommentar schreiben

Bitte keine Beleidigungen oder strafrechtlich Relevantes, sonst werden Ihre Daten an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.
35.172.233.2
Bitte akzeptieren Sie Cookies.
Bitte geben Sie die Zahlen aus dem Bild ein (Spamschutz).
Bitte geben Sie Ihren Namen ein! Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse ein. __KEINE_GUELTIGE_EMAIL__ Bitte Kommentar eingeben Bitte geben Sie die angezeigte Zahlenfolge ein. Bitte lesen und bestätigen Sie unsere Datenschutzerklärung.
» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: